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# 20. Oktober 1792 Longwy: "...zum erstmal wieder gehörig gegessen und gelabt!"

Posted on October 19, 2013 at 6:06 PM
Am 20. war Ruhetag und wir erhielten aus dem Magazin von Longwy Fleisch, Wein, Branntwein und Zwieback. Das war denn wieder zum erstmal gehörig gegessen und gelabt! 

Hier wurden auch die Soldaten wieder munter, denn nun hieß es: noch einen Marsch und wir sind aus Frankreich! Die guten Leute bildeten sich ein,dass, wenn sie nur aus Frankreich wären, alles Elend gleich ein Ende haben würde und bedachten nicht, dass der Same zu unbeschreiblichem Unglück, welches in der Folge auf unser liebes Vaterland fallen musste, schon ausgestreut war und schon Keime gewonnen hatte. 

Mein Hauptmann schickte mich nach Longwy, um einiges für ihn bei einem Tischler machen zu lassen. Der Tischler war ein gescheiter Mann und sprach von den Angelegenheiten der Zeit recht artig und bescheiden, aber sein Schwager, ein Gerber, welchem die Preußen sein Leder genommen und nicht bezahlt hatten, räsonierte bitter und schalt auf die Preußen derb, noch derber aber auf die Österreicher. Ich remonstrierte dem Menschenkinde, dass es unklug sei, auf die Preußen zu schimpfen, da sie noch Longwy in Besitz hätten. 

„Wie“, erwiderte er, „ was haben die Preußen in Besitz? Aus Gnade und Barmherzigkeit lassen wir sie hier durch und da dürfen sie sich nicht dick machen! Ich will den sehen, der einem Franzosen ein Haar krümmen sollte, der würde schön ankommen, wäre es auch euer Braunschweig selbst. Es ist nicht mehr, wie’s vor sechs Wochen war.“ ich merkte, dass der Mensch recht hatte und zuckte die Achseln.

Categories: Jämmerlicher Abzug aus Frankreich

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