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# 2. Oktoberwoche 1792 Laurraine: Haubitzengräber...

Posted on October 11, 2013 at 5:57 PM
Um diese Zeit fing man auch an, die Munitionswagen zu verbrennen und die Kanonen einzugraben. Viele unsrer Offiziere haben vor übertriebener Ehrerbietung dieses zwar nirgend gern eingestanden und ich habe selbst einige dreist behaupten hören, dass die Preußen niemals Kanonen eingegraben hätten und dass es eine Lästerung sei, ihnen dergleichenn Schuld zu geben. 

Aber dieser Einrede ungeachtet muss ich hier bekennen – und jeder Augenzeuge wird es mit mir bekennen – dass diese Sage ihre Richtigkeit hat. Eben in der Gegend von Conconvoix wurde eine Haubitze versenkt und hernach mit toten Körpern überdeckt, damit das Grab der Haubitze für ein Grab menschlicher Leichname angesehen und von den Franzosen nicht untersucht werden möchte. 

In der Folge sind aber, um einer Pest vorzubeugen, von den Franzosen alle Leichen der Preußen in tiefe Löcher vergraben worden und da haben sie denn alles eingegrabene Geschütz entdeckt und zu ihrem Gebrauch um umgegossen. 

Die Märsche an den folgenden Tagen waren alle gleich abscheulich. Die meisten Soldaten leerten ihre Patronentaschen aus und warfen die Patronen weg. Und dieses war ihnen um so weniger zu verdenken, da schon alles Pulver durch die anhaltende Nässe ganz verdorbenen unwirksam gewordener. Ich selbst habe meine Munition weggeworfen und bin bis Montabaur ohne alle Munition gegangen. 
 
Die Pferde stürzten schrecklich zusammen und konnten das Geschütz nicht mehr fortbringen. Da man aber dasselbe nicht alles vergraben wollte, so mussten die Kavalleristen ihre Pferde dazu hergeben. Dies geschah und die Reiter, welche hatten absitzen müssen, warfen nun ihre Gewehre auch weg. Und so sah man Karabiner, Pistolen, Sättel und Kürassiersäbel häufig im Kote herumliegen.

Categories: Jämmerlicher Abzug aus Frankreich

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