Mein Blog

Blog

#September 1792 l'Entrée: Französisches Kirchenholz im Drecklager – Bauern kaufen ihre Rinder zurück

Posted on September 8, 2013 at 12:59 PM
Die Bauern in l’Entrée hatten ihre Kirche abgetragen und neues Holz zur Erbauung einer anderen herbeigeschafft, Dieses neue Holz samt dem alten holte man ins Lager und verbrannte es, mitunter auch Kanzel und Orgelschnitz. Dabei wurde nun brav gelacht und Spaß getrieben – und noch jetzt sprechen die Soldaten vom französischen Kirchenholz im Drecklager. 

Das Hungern der Soldaten beginnt
Die Lebensmittel waren hier entsetzlich rar und teuer. Der Mangel konnte auch durch die wirklich große Menge von Kühen, welche man den Landleuten genommen und der Armee nachgetrieben hatte, nicht sehr erleichtert werden. Was war auch ein halb Pfund elendes, altes Kuhfleisch für den Soldaten, der kaum in drei Tagen für einen Tag Brot hatte? Da musste er ja doch hungern! Zudem wurde das beste Vieh von den angesetzten Treibern an die Bauern, welche von weitem herbeischlichen, verkauft. Das beste Fleisch wie auch alles Schweine- und Hammelfleisch war übrigens für die Offiziere und ihre Bediente, davon bekam der Soldat nichts.

Categories: Krieg den Hütten...

Post a Comment

Oops!

Oops, you forgot something.

Oops!

The words you entered did not match the given text. Please try again.

2 Comments

Reply Friedrich Christian Laukhard dazu 1776
5:41 PM on September 9, 2013 
Ich für meine Person litt von hier an – die beiden Nächte der Kanonade nur ausgenommen – bis nach Grandpré zurück keinen eigentlichen Mangel, bei weitem nämlich den nicht, welchen andre Soldaten ertragen mussten.

Ich hatte bei der Kampagne einen guten Freund an dem Furierschützen Lutze, welchen ich seit langer Zeit als einen ehrlichen Mann kannte. Dieser gab mir, als die Lebensmittel seltener wurden, den Anschlag, mich zu ihm ins Zelt zu legen, weil er als Furierschütze doch immer eher imstande sei, etwas herbeizuschaffen, als die andern.

Ich tat das und Lutze hat mich, solange ich bei ihm im Zelte war oder vielmehr so oft er da war, immer mit allerlei Lebensmitteln und andern Sachen, als Tobak und dergleichen, versehen und selten sich dafür zahlen lassen, wenigstens gab er allemal das umsonst her, was er umsonst bekommen hatte.
Reply [email protected]
6:19 PM on September 22, 2013 



Wolfgang von Goethe schreibt an Christiane Vulpius

Wir stehen noch bei Verdun, werden aber wohl bald vorwärts gehen; ich befinde mich recht wohl und habe keine Zeit, hypochondrisch zu sein. Wäre es möglich, daß ich Dich um mich hätte, so wollte ich mirs nicht besser wünschen. Ich denke immer an Dich und den Kleinen und besuche Dich im Hause und im Garten und denke mir schon, wie hübsch alles sein wird, wenn ich wiederkomme. Du mußt mich aber nur lieb behalten und nicht mit den Äugelchen zu verschwenderisch umgehen.

Eh wir hier abreisen, wird ein Körbchen abgehen mit Liqueur und Zuckerwerk, davon genieße was mit Herrn Meyer, das übrige hebe auf, ich schicke Dir noch allerlei in die Haushaltung. Wenn dieser Brief ankommt, bist Du vielleicht schon im vordern Quartier. Richte nur alles wohl ein und bereite Dich, eine liebe kleine Köchin zu werden. Es ist doch nichts besser, als wenn man sich liebt und zusammen ist. Lebe recht wohl und bleibe mein. Ich habe Dich recht herzlich lieb.

Bei Verdun, den 8. September 1792.

G.


Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/3643/1