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31. August 1792: Verdun unter Beschuss – Nachrichten zur Lage der Geistlichkeit

Posted on August 31, 2013 at 6:56 AM
Nach dieser deutlichen Erklärung < – Verdun will sich nicht kampflos ergeben – >  ließ der Herzog auf einem Weinberge gerade der Zitadelle  gegenüber Schanzen aufwerfen und die Stadt beschießen. Dieses hatte die Folge, dass einiger Brand entstund – und nun forderten die Bürger oder vielmehr der Bürgerausschuss, dass Beaurepaire die Stadt öffnen sollte.
 
Kirchensachen...
Verdun stand ehedem in  Kirchensachen  unter dem Erzbischöfe von Trier. König Heinrich (II.) hatte zwar die Bistümer der weltlichen Jurisdiktion des Deutschen Reichs entrissen, aber sie doch unter der geistlichen Botmäßigkeit der deutschen Erzbischöfe gelassen, zum Beispiel Straßburg unter Mainz, Verdun, Metz und Tour unter Trier und Cambrai unter Meucheln. 

Aber bei der Revolution erklärten die Franzosen, dass ihre Bischöfe ferner nicht mehr unter Erzbischöfen, am wenigsten unter ausländischen, stehen sollten, und da erklärte dann auch der Herr Kurfürst zu Trier, dass er die konstitionellen Bischöfe in Frankreich nicht für rechtmäßige Seelenhirten halten könnte; denn die ehemaligen nach den Gesetzen des geistlichen RechtsordiniertenHerren waren meistens ausgewandert. Die Franzosen kehrten sich aber so wenig hieran als an die Bulle des Papstes von 1792, wodurch er alle konstitutionellen Bischöfe für unrechtmäßig und apostatisch erklärte. 

Aufhelfen will man den Menschen... 
Die neuen Bischöfe wurden eingesetzt und verwalteten ihr Amt nach der Vorschrift der Nation. Es sind von diesen Bischöfen mehrere Hirtenbriefe herausgekommen, von welchen ich selbst einige gelesen habe. Sie betrafen die Einrichtungen Verbesserung des Schulunterrichts und waren  durchaus der Wichtigkeit dieses Gegenstandes angemessen. Theologische Fratzen , wie man diese anderwärts, selbst bei Protestanten, in neuern Religionsverfügungen noch antrifft, waren schon damals in Frankreich verächtlich. Aufhelfen will man den Menschen und veredeln, nicht mehr herabsetzen und verhunzen.
 
Klöster bleiben lee
Geistliche gab es zu der Zeit in Frankreichbuch aller Orten, aber keine Mönche und Nonnen mehr. Die vielen Klöster in Verdun waren zerstört und bei der Räumung derselben ist, wie man mir erzählt hat und wie ich ganz gern glaube, großer Unfug getrieben worden. Man hat hier und da die heiligen Bilder zerschmissen und sogar die geweihten Hostien nicht geschont. Unser König erlaubte den ausgewanderten oder vertriebenen Mönchen, ihre Klöster wieder zu beziehen, aber sie bezogen sie nicht, wahrscheinlich weil sie befürchteten, sie möchten abermals verjagt werden und dann das letzte ärger finden als das erste.

Categories: Krieg den Hütten...

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1 Comment

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11:07 AM on August 31, 2013 
...auch der Herr von Goethe ist vor Ort
http://de.wikipedia.org/wiki/Kampagne_in_Frankreich