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# 29. Okober 1792 bei Luxemburg: Endlich Abmarsch – Vermorschte Zelte müssen weggeworfen werden

Posted on October 28, 2013 at 8:21 PM Comments comments (0)
Am 29. Oktober brach endlich unsre Armee von Luxemburg auf. Es war eben wieder ein abscheulicher Tag, kalt und nass, wie wir so viele schon gehabt hatten. 

Die Zelte ließ man größtenteils liegen, weil sie ganz unbrauchbar geworden waren. Und was man davon noch mitnahm, musste man doch hernach bald wegwerfen, weil alles vermorscht war.

# Ende Oktober 1792 bei Luxemburg: Custine in Mainz

Posted on October 25, 2013 at 1:53 PM Comments comments (0)
In diesem Lager wurde nun auch die Nachricht allgemein bekannt, dass der General Custine in Deutschland eingefallen wäre und  Mainz  erobert hätte. –> –>

Daraus schlossen nun die Verständigern, dass der Krieg noch kein Ende haben würde und unser ganzes Volk wurde mit Schreck und Entsetzen erfüllt: Die Fortsetzung des Krieges, besonders eines Krieges gegen die Franzosen, war in den Augen der klügeren Preußen nun das höchste Übel!
Sitzung des Jakobinerklubs im Akademiesaal des
Mainzer Kurfürstlichen Schlosses 1792 
(Federzeichnung von Johann Jakob Hoch 1750-1829) 
am Rednerpult Georg Forster, daneben – mit Schnauzbart – General Cousine 
copyright Landesmuseum Mainz IGL-Bildarchiv

# Ende Oktober 1792 bei Luxemburg: ...sich endlich einmal wieder sättigen und pflegen

Posted on October 24, 2013 at 2:40 PM Comments comments (0)
Die Luxemburger brachten uns allerlei Viktualien, auch Branntwein und Wein ins Lager und ich hatte Gelegenheit, einigemal in diese schöne Stadt zu wandern und mir daselbst einen guten Tag zu machen. 


J. W. von Goethe, Festung Luxemburg, 1792, lavierte Federzeichnung (Stiftung Weimarer Klassik).

Bisher hatten die Soldaten wenig kaufen können, weil nichts zu kaufen da war und so konnten sie ihre Löhnung aufsparen und hatten daher alle Geld mehr als gewöhnlich. Aber im Lager bei Luxemburg war das Geld bald alle; indes man hatte Ersatz dafür. Es ist eine herrliche Sache, wenn man sich nach ausgestandener Not und Mangel endlich einmal wieder sättigen und pflegen kann.

# 24. Oktober 1792 bei Luxemburg: Schlimmes Wetter aber hinlänglich zu essen

Posted on October 23, 2013 at 6:32 PM Comments comments (0)
Den 24. kamen wir bei Luxemburg an. Hier erholten wir uns wenigstens wieder mit Essen und Trinken, obgleich das Wetter auch hier schrecklich und abscheulich war. Wir waren indes an das schlimme Wetter schon gewöhnt. Und da wir hier in diesem Lager hinlänglich zu essen haben konnten und hatten, so waren wir wenigstens wieder munterer als vorher. 

# 22. Oktober 1792 auf deutschem Boden: Hoffnung auf Frieden

Posted on October 21, 2013 at 6:14 PM Comments comments (1)
Am ersten Ruhetag, dem 22., desertieren einige Soldaten vom Regiment Wolldeck. Man setzte ihnen nach, weil man ihre Spur wusste, aber die Nachsetzenden mochten sich wohl etwas zu weit verlaufen haben und über die Grenze gekommen sein. Genug, sie stießen auf eine französische Patrouille, welche sie angriff und gefangen nahm. Einer von ihnen kam dabei ums Leben und die andern wurden nach Longwy, welches den folgenden Tag gänzlich geräumt wurde, überbracht – aber bald zurück geschickt, jedoch mit dem Vermelden des französischen Generals, dass man künftig, wenn wieder so ein animalisches Verfolgen der Deserteure statthaben sollte, die Nachsetzer nicht als Preußen, sondern als Störer der allgemeinen Sicherheit und Ruhe ansehen und als solche behandeln würde. 

Unser Lager stand dicht an einem Dorfe, wohin wir gingen, um uns Kartoffeln, Birnen und andere Lebensmittel einzukaufen. Auch in diesem Lager war das Wetter abscheulich, denn es regnete beinahe noch immer ohne Unterlass. 

Aber der Gedanke, dass wir doch wieder auf deutschem Boden wären, versüßte den meisten alles Elend und stellte ihre Munterkeit einigermaßen wieder her. Nun hörte man wieder frohere Gespräche und die armen Teufel von Soldaten freuten sich, dass sie bald wieder in ihre Heimat kehren würden. 

Mir schien diese Hoffnung schlecht gegründet, ob es mir gleich nicht unglaublich vorkam, dass der König von Preußen mit den Franzosen habe Frieden machen können. Ihre Nachsicht mit uns auf unserm Rückmarsch schien mir dies zu bestätigen. Man wollte damals sogar die Artikel dieses geheimen Friedens wissen. Aber es ging hier wie allerorten: die politischen Kanngießer wissen alles, nur das nicht, was die Hauptsache ist und sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht.

# 21. Oktober 1792 zurück auf deutschem Boden: Lager ohne Stroh in den Zelten

Posted on October 21, 2013 at 6:35 AM Comments comments (0)
Unsre Armee kam den 21. Oktober auf deutschen Boden zurück, aber auch hier hatte das Elend und die Not noch kein Ende. Wir lagerten uns in den Kot und zwar ohne Lagerstroh – und doch sollten wir hier auf Order stehenbleiben!