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# 2. Dezember 1792 Vilbel: Frankfurt wieder im Besitz der Deutschen

Posted on December 1, 2013 at 6:08 PM Comments comments (0)
Der Herzog eroberte am 2. Dezember die Stadt Frankfurt am Main. Ich habe dieser Wiedereroberung nicht mit beigewohnt. Ich überlasse es also meinen Lesern, die davon noch nicht recht unterrichtet sein mögen, anderwärts selbst Auskunft darüber einzuholen.
 
Unser Bataillon wurde nur gebraucht, um die Franzosen bei Eschenheim wegzutreiben, wo sie noch um 2 Uhr nachmittags stand hielten. Bei dieser Aktion  haben wir einen Kanonier und vier Mann eingebüßt. Die Franzosen ließen uns das Dorf bald über, denn ein panischer Schrecken schien sie ergriffen zu haben. 

Nun war Frankfurt wieder im Besitz der Deutschen und unser Regiment rückte abends um 10 Uhr in Vilbel ein.

# 1. Dezember 1792 Homburg: Nicht desertiert – marschiert

Posted on November 30, 2013 at 6:35 PM Comments comments (0)
Früh am nächsten Tage kam ein Bekannter des Schulmeisters, ein Schuster, der mich mit zum Frühstück nahm und mir versprach, dass er mich, wenn ich Lust hätte ins Land der Freiheit zu treten, sicher und unentgeltlich nach Frankfurt bringen wollte, von woher ich gar leicht über den Rhein und wohin es mir beliebte, weiterkommen könnte.
Ich weiß wahrlich nicht recht zu sagen, warum ich dieses gewiss gut gemeinte Anerbieten nicht annahm. 

Ich glaube, dass ich es noch angenommen hätte, wenn wir länger in Homburg geblieben wären, denn ich Wartes ganzen Soldatenlebens wegen der Soldaten-Greuel recht herzlich müde. Allein noch in selbiger Nacht um 10 Uhr wurde Marsch befohlen und wir brachen wirklich nach Frankfurt auf.

# 30. November 1792 Homburg an der der Höhe: ...für die neue Verfassung Frankreichs eingenommen

Posted on November 29, 2013 at 6:09 PM Comments comments (0)
Am 30.  November erhielt unser Regiment in Homburg Quartier und ich bei einem Schulmeister der französischen Kolonie. Dieser Mann war, wie beinahe alle französischen Kolonisten aus angeerbtem Widerwillen gegen den ehemaligen französischen Thron ganz enthusiastisch für die neue Verfassung Frankreichs eingenommen. Als er merkte, dass ich derselben auch nicht abgeneigt war, so hatte ich seine ganze Gunst. 

# 29. November 1792 Homburg: Holzraub im Heimatland - Lager unter kaltem freiem Himmel

Posted on November 28, 2013 at 7:03 PM Comments comments (0)
Den 29.  kamen wir vor Homburg an der Höhe, mussten aber, weil sich alles zusammengedrängt hatte, die Nacht unter freiem Himmel verbringen. Es war sehr kalt und windig und Holz fehlte. Man ging daher in die nahen Dörfer, holte heraus, was an Holz da war und machte starke Feuer. Eins dieser Dörfer, welches mit französischen Kolonisten besetzt ist und dem Landgraf von Hessen-Homburg gehört, wurde bei dieser Gelegenheit sehr übel mitgenommen.

# 25. November 111792 Edelborn: Zu kurze Rast für preußische Soldaten – Bauern halten die Franzosen nicht für schlimm

Posted on November 24, 2013 at 7:00 PM Comments comments (0)
Custine hatte indessen zur Schadloshaltung seiner Nation nicht nur jenseits des Rheines gehauset. Er hatte auch Frankfurt weggenommen, die Saline Friedberg zu Nauheim geplündert und dem Fürsten von Weilburg starke Kontribution aufgelegt. Aber die Bauern waren überall verschont worden und eben diese Schonung machte, dass diese Leute die Franzosen eben nicht für gar zu schlimm hielten. 

Damit aber der Fortgang der fränkischen Waffen nicht noch weiter um sich reißen möchte, beschloss unser König, sobald es möglich sein würde, die Gäste über den Rhein zurücktreiben und ihnen die besetzten Plätze wieder wegzunehmen.

Aber unsere Leute waren zu müde, zu sehr abgemattet. Man musste also Halt machen und sie ruhen lassen. Auch musste frische Munition herbeigeschafft werden, denn die, welche wir mitgenommen hatten, war völlig verdorben.

Endlich, am 25. Novenber, brachen wir auf und zogen nach der Lahn zu auf der Frankfurter Straße. Die Wege waren hier zwar gut, das Wetter aber kalt und die Luft voll Schnee, 

Auf diesem Marsche haben wir abermals sehr viel ausgestanden und nicht wenig Not gelitten an Lebensmitteln. Es sollte aber einmal vorwärts gehen und so gestattete man uns nicht einmal einen Rasttag.

# 11. November 1792 Edelborn: Die Bauern an der Lahn liebten ihren Erzbischof nicht

Posted on November 10, 2013 at 6:08 PM Comments comments (0)
Den folgenden Tag schlich ich nach Montabaur, wo man mich noch gar nicht vermisst hatte, so sehr war man noch der Unordnung gewohnt. 

Die Regimenter wurden sehr auseinandergezogen und in die Gegenden an der Lahn in Kantonierung gelegt. Das Dorf, worin unsre Kompanie lag, hieß Edelborn. Weit und breit habe ich nichts Roheres und Abergläuberischerers angetroffen als die gemeinen Trierschen Bauern – und doch liebten sie ihren Erzbischof nicht und waren der neufränkischen Revolution gar gewogen.

# 10. November 1792 Neuhäusel: Die Füße wollen nicht

Posted on November 9, 2013 at 7:07 PM Comments comments (0)
Unser Regiment marschierte den 10. November nach Montabaur, einem ganz mit Pfaffen und Klöstern angefüllten trierischen Städtchen. Ich aber konnte wegen meiner Füße nicht nachkommen, musste daher in einem Dorfe, Neuhäusel, über Nacht bleiben und mir da ganz allein bei einem armen Grobschmied Quartier machen. Der Grobschmied und seine Frau waren brave Leute, die mir viel Gutes taten und mich und mich wegen meiner angeschwollnen Füße herzlich und teilnehmend bedauerten.

# Anfang November 1792 Neuwied: Nur nicht in die Mödergrube...

Posted on November 2, 2013 at 7:07 PM Comments comments (0)
Von Neuwied ging ich über Koblenz allein nach Faltern immer zu Fuße, wenngleich jämmerlich, weil die Kranken von hier aus keinen Wagen weiter hatten und ich mich nicht dazu verstehen wollte, mich in die Mördergrube zu Koblenz, das ist: ins Lazarett zu legen.

Anfang November Winningen

Posted on November 1, 2013 at 8:52 AM Comments comments (0)
Ich dachte, wir würden hier Rasttag halten. Da aber der Abmarsch gleich auf den andern Tag befohlen wurde, ich indes noch nicht gehen konnte, so musste ich mich zu den Kranken und Maroden gesellen, welche die Menge in mehreren Schiffen nach Neuwied gefahren wurden.

# 30. November 1792 Trier: Elender Marsch in Spott und Hohn

Posted on October 29, 2013 at 7:08 PM Comments comments (0)
Meine Füße wurden immer schlimmer und ich musste mich von Trier bis Winningen, einem unweit von Koblenz gelegnen badischen Städtchen, mitfahren lassen. Der ganze Rückmarsch durchs Trierland war ebenso elend und noch elender, als unser Hinmarsch gewesen war. 

Jetzt gesellte sich noch der Spott der Einwohner zu dem Elende, welches uns drückte. Es ist wirklich eine penible Sache für einen Soldaten, in einem Trupp zu sein, der besiegt oder mit einer langen Nase vom Feind zurück kommt: er muss sogar vom Janhagel Spott einstecken – und der Janhagel im Trierlande wusste seine Grobheiten so satirisch und so beißend einzurichten, dass er dem Janhagel in unsern Fliegenden Blättern nichts nachgab.